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Kirchenfeste - Ostervorbereitungen
Wann sind dies Jahr griechische Ostern und warum findet Ostern in Griechenland meist an einem anderem Wochenende als in Deutschland statt? Das ist die mir wohl am häufigsten gestellte Frage, und ich gerade immer wieder ins Schleudern bei dem Versuch, Licht ins Dunkel zu bringen. Vollmond, Frühlingszeitpunkte, Gregorianische und Julianische Kalender sind die Ursachen dieses Durcheinanders. Wenn Sie also bitte auf diesen Link klicken wollen, um Genaueres zu erfahren, denn ich könnte es nicht besser beschreiben.:
Natürlich dreht sich hier alles um die Kirche. Sie wird von Grund auf geputzt; oft auch innen und außen neu weiß getüncht. Unsere Kirche hat dieses Jahr eine Klimaanlage bekommen! Da kann man darüber denken wie man will. Ein Manko hat die Sache sicher: Der Strom ist noch nicht angeschlossen und so wird das gute Stück nur ein paar Kirchenstühlen den Platz streitig gemacht haben und sonst gar nichts. Da ich in den Augen der Kreter mit meinen 168 cm ziemlich groß gewachsen bin bleibt mir vorbehalten all das zu putzen, was über ihre Köpfe herausragt. So balanciere ich dann auf den Rücklehnen der schweren Kirchenbänke und putze hoch hängendes Geglitzer in Gold, Bronze und Glas. Die Teppiche werden vor der Kirche auf dem betonierten Boden ausgerollt, mit dem döselig langsam fließendem Gartenschlauch durchnässt und anschließend beherzt mit Waschpulver eingeschrubbt, bis kein Dreck mehr an ihnen haftet. Dann können sie trocknen, Zeit genug ist ja noch.
Nicht mehr jede, aber immer noch viele Frauen tragen etwas zum Gelingen des Osterfestes bei. Da müssen unzählige kleine Kreuze aus einzelnen Palmblättchen geflochten werden. Maria sitzt seit Tagen jeden Abend mit einem lila Tuch auf den Knien und bestickt dieses mit kleinen gold umstickten Heiligenfiguren. Es werden Schleifen und Decken gebügelt und begutachtet, ob sie nicht doch lieber mal gegen ein neues Modell ausgetauscht werden s ollten, aber es ist noch so viel zu tun! Andere Frauen backen Kalitzounes und Eiweiß-Gebäck in Mega-Mengen, das später verteilt wird und dem man auch Wochen nach Ostern immer wieder begegnen wird – wer soll auch all das vertilgen? Doch angetrieben von der Sorge, es könne nicht genug sein wird weiter gebacken, wie schon seit Generationen zuvor.
Dann wird die Kirche mit all den lila Bändern und Decken geschmückt. Die Ikonen, die Leuchter, der Tisch mit den Gesangsbüchern, die Altarwand – hinterher sieht es wirklich sehr schön aus! Und natürlich Blumen, um die Ikonen herum und in großen Vasen vor der Altarwand. Alles glänzt, duftet frisch und erwartet das große Osterfest.
Ostern – Sonntag vor Ostern: Ei nzug in Jerusalem, Palmsonntag (Johannes 12, 13-19) Jesus, auf einem müden Esel sitzend und mit seinen Aposteln im Gefolge stehen den Stadtbewohnern gegenüber. Die Bewohner Jerusalems tragen Palmenzweige in ihren Händen als Zeichen des neuen Glaubens und heißen Jesu willkommen. Kinder beleben die Szene, klettern auf die Palmen um weitere Zweige abzuschneiden, auf Bäume um dem Esel zu fressen zu geben und legen ihre Kittel ab, um Jesu die letzten Schritte in die Stadt so angenehm wie möglich zu machen. Eine erfreuliche Geschichte also. Am Abend gehen die Kreter in ihre Kirchen und feiern diese Begegnung.
Ostern - großer Montag „Joseph, der…..“
Ostern – Großer Dienstag „Die zehn Jungfrauen“ (Matthäus 25, 1 - 18)
Ostern – Großer Mittwoch „Die Salbung des Herrn“(Matthäus 3, 13 - 17)
Ostern – großer Donnerstag, Gründonnerstag „Das Abendmahl“
Ostern – großer Freitag, Karfreitag „Die Leiden und Kreuzigung des Herrn“ Am Abend versammelt sich wieder die Gemeinde in der Kirche. Tagsüber wurde der 4armige Kranz über dem Grab Jesu (eine Art Tischgestell) bereits über und über von den Frauen de Dorfes mit Blumen geschmückt. Dieser Schrein wird nun am Abend in der Dunkelheit einmal um das ganze Dorf getragen, wobei der Pope ein Gefäß mit Rosenwasser trägt und mit einem Wedel pausenlos diesen Duft über alle Köpfe verteilt. Macht ihm sichtlich Spaß, und jeder bekommt garantiert seine Ladung ab. Zurück an der Kirche angekommen, halten 4 starke Männer des Dorfes diesen Schrein vor der Kirchentür hoch über ihre Köpfe, sodass ein jeder darunter hindurch gehen muss als Symbol dafür, dass Jesu unsere Sünden auf sich genommen hat. Dann gibt es noch ein bisschen Liturgie und Kerzen werden unter den Anwesenden verteilt, die schließlich alle angezündet werden.
Ostern – großer Samstag, Samstagnacht „Grablegung des Herrn“ und Verbrennung des Judas ((Matthäus 27, 57-66),
Meine liebste Osterfeier mit Abstand! Abends gegen 22 Uhr kommen die frommsten Menschen in die Kirche, andere gehen erst später hin, aber so kurz nach 23 Uhr sollte man sich dann schon eingefunden haben. Neben den üblichen gesanglichen Psalmieren und beten, Weihrauch und vielen vielen Worten, die alle auf ooon zu enden scheinen (Genitiv-Endung, des Herrn usw) und mich oft in einen entrückten Zustand versetzen können (da die Liturgie in Altgriechisch abgehalten wird, verstehen auch viele Kreter nicht viel mehr als ich und ich glaube, es geht hierbei auch vielmehr um die Schwingung, die diese Worte in unseren Herzen erzeugen als um intellektuelles Verstehen) – die Kirche ist rappelvoll. Auch draußen hat sich eine Menschenmenge angesammelt, es ist einfach alles da was zwei Beine hat, denn Vor der Kirche haben die Kinder des Dorfes den ganzen Tag einen Scheiterhaufen zusammengetragen und eine Judaspuppe mit Stroh ausgestopft. Die wird jetzt verbrannt. Oftmals steht das Ding auf einer zwar freien Fläche, aber direkt drüber laufen die Überlandstrommasten. Nun, bisher ist noch nie etwas passiert. Die Kids haben auch ein Feuerwerk vorbereitet und es zischt und knallt nun überall, ebenso wie wir Deutsche es am Sylvester tun. Um Mitternacht dann geht plötzlich das Licht aus und alles ist stockdunkel. Gut jetzt, draußen zu stehen, sonst hat man gar nichts mitbekommen, denn plötzlich kommt Bewegung in die Menge und der Pope, mit einem Kerzenlicht in der Hand, bahnt sich einen Weg durch die dichte Menge hin zur Kirchentür, die jetzt verschlossen ist. Dunkelheit und Verschlossen, ihr versteht? Dann klopft er gegen die Tür, ruft „Öffnet die Kirche“ und muss sich richtig anstrengen, damit ihm geöffnet wird. Unter Jubel öffnen sich schließlich die Türen wieder, die ganze Menge wieder rein und Gedrängel und Geschubse um den Popen herum, denn jeder will so schnell als möglich seine mitgebrachte Kerze an der des Popen entzünden, um dieses heilige Licht dann nach Hause zu tragen und es das ganze Jahr am brennen halten. Einfach herrlich und alles ist erlaubt. Ich bin selbst schon mit brennender Kerze im Auto nach Hause gefahren und keinen hats gestört. Allein. Das Schalten war etwas schwierig, aber ich habe das Licht heil nach Hause tragen können. Die Familien kommen jetzt zu nächtlicher Stunde zusammen, essen eine Ostersuppe mit Innereien und all das Gebäck und feiern Ostern.
Ostern – Ostersonntag „ Die Auferstehung des Herrn“ (Matthäus 27, 62 - 66) Meist ist das Wetter schön, die Sonnenstrahlen wärmen schon gut durch, und so ist einer Feier und die übliche Grillerei im Freien keine Grenzen gesetzt. Mittags kommen die Familien also wieder zusammen, man besucht sich auch gegenseitig und freut sich auf das ganze Lamm (samt Kopf und Schwanz) am Spieß, das schon seit Stunden über den glühenden Kohlen vor sich hindreht. Es wird gegessen und gefeiert, getrunken und gesungen und unaufhörlich über alles Mögliche geschnattert. Neuer Besuch kommt und bekommt alles von A bis Z aufgetischt – der Tisch biegt sich voll der Köstlichkeiten - und anderer Besuch nutzt diese Gelegenheit, ein paar Stühle freizumachen und zu gehen, natürlich unter lautem Protest der Frau des Hauses und man verspricht sich bald wiederzusehen.
Interessantes zu Ostern: Das Heiligenlexikon
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